Nordhorn. Am Wochenende (8. November um 19 Uhr, 9. November um 16 Uhr) führen die Lutherische Kantorei, der katholische Augustinus-Chor und die Reformierte Kantorei Nordhorn in einem ökumenischen Gemeinschaftsprojekt das Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der St. Augustinus-Kirche auf (die GN berichteten). Neben international tätigen und renommierten Vokalsolisten konnten die Veranstalter das Kourion-Orchester Münster als musikalischen Partner gewinnen. Das Kourion-Orchester ist eines der meistbeschäftigten freien Orchester in der norddeutschen Kulturszene. Erstmals findet ein solches ökumenisches Gemeinschaftsprojekt nicht nur zwischen der katholischen und lutherischen Gemeinde in Nordhorn statt, sondern schließt alle drei größeren Konfessionen ein. Diese besondere Kirchenmusik-Initiative unterstützt die Grafschafter Sparkassenstiftung mit 4000 Euro. „Unsere Sparkassenstiftung unterstützt Konzerte von überörtlicher Bedeutung und hoher Qualität“, so Lars Klukkert, Stiftungsrat der Grafschafter Sparkassenstiftung, und fügt bei der Spendenübergabe hinzu: „Auch bei diesem Projekt haben wir gemerkt, dass viel ehrenamtliche Energie von äußerst engagierten Menschen hineinfließt. Das freut uns sehr.“
Neben dem Kourion-Orchester und den renommierten Vokalsolisten wirken auch Gastsänger aus anderen Chören der gesamten Grafschaft mit und machen dieses Projekt zu einem regionalen Kirchenmusik-Event. Die Idee, dieses Musikprojekt an zwei Tagen aufzuführen, ist zudem aufgegangen. Wie die verantwortlichen Initiatoren und Dirigenten Stephan Braun, Linde Müller-Blaak und Jens Peitzmeier berichten, sind beide Veranstaltungen bereits fast ausverkauft. Ein kleines Kartenkontingent wurde jedoch noch für die Abendkasse reserviert, wo Kurzentschlossene Konzertkarten zum Preis von 25 Euro (Schüler und Studenten 20 Euro) erwerben können.
Mendelssohn Oratorium „Paulus“ (1836) erzählt die Transformation des jüdischen Pharisäers Saulus zum christlichen Apostel Paulus – ein Werk, das historische Konflikte und theologische Brüche zwischen Judentum und Christentum aufgreift. In enger Zusammenarbeit mit dem Forum Juden/Christen wurde thematisiert, wie Kunst historische Konflikte nicht nur spiegelt, sondern Impulse für gesellschaftliche Versöhnung geben kann.


