Nordhorn. Es reicht bis 1926 zurück und sorgt Jahr für Jahr dafür, dass Heimatinteressierte immer wieder Neues über die Grafschaft Bentheim erfahren oder markante Geschichtsdaten und -ereignisse in Erinnerung gerufen werden. Die Rede ist vom Bentheimer Jahrbuch, das Mitte November in seiner neuen Auflage „2026“ erscheint und unter der ehrenamtlichen Leitung von GN-Redakteur Steffen Burkert erarbeitet wurde. Maßgeblichen Anteil an der Weiterentwicklung des Jahrbuches hat die Grafschafter Sparkassenstiftung, die auch für die 2026-Ausgabe dem Heimatverein Grafschaft Bentheim 8000 Euro zur Verfügung gestellt hat. „Das Bestreben des Heimatvereins, eine der Zeit angemessene und dazu noch lesefreundliche Publikation zu schaffen, ist für die Stiftung ein wichtiges Förderkriterium zur Heimatpflege“, verdeutlicht Jens Knippen, Vorstandsvorsitzender der Grafschafter Sparkassenstiftung, bei der Spendenübergabe im Kreis- und Kommunalarchiv.
Wie Uwe Fietzek, Vorsitzender des Heimatvereins Grafschaft Bentheim, Geschäftsführer Bernhard Jansen sowie Steffen Burkert berichten, liegt mit dem Bentheimer Jahrbuch 2026 wieder ein facettenreiches Lesebuch vor, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Grafschaft Bentheim lebendig werden lässt. Auf 320 Seiten bietet es spannende Beiträge aus den Bereichen Zeitgeschehen, Geschichte, Natur und Landschaft, Kunst und Kultur sowie Heimatkunde und Plattdeutsch.
Im Kapitel Zeitgeschehen werden gleich mehrere Jubiläen gewürdigt: 100 Jahre Gymnasium Nordhorn, 50 Jahre Stiftung Kloster Frenswegen und die Geschichte des Kinos „Capitol“, das vom Lichtspielhaus zum Kulturtempel wurde. Zudem berichtet das Jahrbuch über neue Entwicklungen rund um das Kreis- und Kommunalarchiv sowie ein Denkmalprojekt an der Schüttorfer Stadtmauer: den nachgebildeten Wehrgang.
Die Geschichte der Region wird aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet: von archäologischen Forschungen an Turmhügelburgen und Siedlungen über die Rechtsprechung in Ehesachen im 19. Jahrhundert bis hin zur 1200-jährigen Geschichte eines Hofes in Samern. Zeitzeugenberichte lassen die Kriegsjahre 1914 und 1944/45 sowie das Leben in einer Zöllnerfamilie der Nachkriegszeit eindrucksvoll aufleben.
Auch die Natur der Grafschaft steht im Fokus: Beiträge widmen sich der bedrohten Uferschnepfe, den Nachtfaltern in Heiden und Mooren, besonderen Pilzen sowie den Herausforderungen beim Erhalt der Heideflächen. Spannende Einblicke bietet zudem ein Projekt im Bourtanger Moor.
In der Rubrik Kunst und Kultur richtet sich der Blick unter anderem auf die Bentheimer und Gildehauser Steinbrüche in den Bildern Jacob van Ruisdaels sowie auf ein Gemälde der Burg Lage von 1626, das zum 400. Jahrestag untersucht wird. Die Heimatkunde und Beiträge in Grafschafter Platt runden das Jahrbuch ab. Es gibt einen Rückblick auf den 104. Niedersachsentag in Nordhorn. Themen wie das bäuerliche Leben in den 1950er- und 1960er-Jahren oder alte Küchengerätschaften wecken Erinnerungen. Zudem finden sich plattdeutsche Geschichten und Gedichte, die die Sprache und den Humor der Region lebendig halten.
Damit bleibt das Bentheimer Jahrbuch ein unverzichtbares Werk für alle, die sich für die Vielfalt und den Reichtum der Grafschaft interessieren – und ein wertvoller Beitrag zur Pflege des regionalen Gedächtnisses. Erhältlich ist das Jahrbuch wie üblich zum Preis von 29 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-948767-11-0) sowie direkt beim Heimatverein Grafschaft Bentheim (www.heimatverein-grafschaft.de).


